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1. Mai:
Organisationsformen Algen
Korrektur bei siphonocladal
(danke an Peter)

20. Juni
:

Symbiose
Merksatz falsch angewendet
(danke an F. Geven)
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Es ist eigentlich unmöglich die Zahl der auf der Erde lebenden verschiedenen Tier- und Pflanzenarten zu benennen, denn es sind unzählig viele. Alle stammen von einem Ur-Lebewesen ab und erst im Laufe der Jahrmillionen haben sich immer mehr unterschiedliche Arten gebildet. Betrachtet man die heutige Tierwelt, so sieht man eine Vielfalt von "ways of life". Vegetarier, Fleischfresser, Nacht- und Tagaktive und so weiter.
Man bezeichnet die Rolle einer Art innerhalb eines Ökosystems als ökologische Nische.

Der Begriff bezeichnet keinen Raum, keine Nische in dem Sinne, sondern die Beziehung eines Lebewesens zu seiner Umwelt. Gerne wird ökologische Nische auch als "Beruf" der Art bezeichnet, da sie darin ihren Platz auf der Erde bzw. im Ökosystem gefunden hat.

Bestimmt wird die ökologische Nische durch biotische und abiotische Faktoren. Hier ein paar Beispiele:
  • Nahrungsquelle
  • Aktivitätszeiten
  • Temperatur
  • Lichtintensität
  • Luftfeuchtigkeit
  • usw.
Eine ökologische Nische existiert nicht von vornherein, sondern sie muss erst gebildet werden. Deshalb kann man nicht davon sprechen, dass eine ökologische Nische besetzt wird. Überhaupt können wir Menschen nicht erkennen, welche ökologischen Nischen von Lebewesen nun gebildet wurden, weil viel zu viele Faktoren dort hinein spielen. Aus diesem Grund beschränkt man sich auf gewisse Felder, wie die Nahrungsnische.

Wenn eine neue Art entsteht, bildet diese fast immer auch eine neue ökologische Nische. Man bezeichnet das dann Einnischung.
Wo Arten mit sehr ähnlichen Umweltansprüchen existieren, kann man häufig rekonstruieren, wie sie die Konkurrenz durch die Bildung ihrer speziellen ökologischen Nische vermindert haben (=Spezialisierung).

Solche Spezialisierungen beziehen sich zum Beispiel auf eine/n:
  • -> unterschiedlichen Tagesrythmus
  • -> unterschiedliche Fortpflanzungs- und Brutzeit
  • -> unterschiedlichen Ort der Nahrungssuche (z.B. Parasiten konzentrieren sich auf Körperregionen)
Parasiten besiedeln unterschiedliche Körperregionen beim Vogel (=verschiedene Nahrungsnischen)

Parasiten besiedeln unterschiedliche Körperregionen

Stellenäquivalenz

Wo auf der Erde vergleichbare Lebensbedingungen herrschen, haben Arten die Möglichkeit, ähnliche ökologische Nischen zu bilden. Denn jeder Lebensraum vergibt sogenannte " ökologische Lizenzen", welche von verschiedenen Arten genutzt werden können. Wenn diese ökologische Lizenzen von verschiedenen & nicht verwandten Arten auf ähnliche Weise genutzt werden, spricht man von Stellenäquivalenz.

Man erkennt Stellenäquivalenz daran, dass nicht verwandte Lebewesen ähnliche phänotypische Anpassungen haben, wie einem langen Schnabel um beispielsweise Insekten aus Sand oder Baumritzen zu picken. Diese Ähnlichkeiten sind konvergent.

SpechtFingertierSpecht und Fingertier - gar nicht so unähnlich

Bei Specht und Fingertier lässt sich eine Stellenäquivalenz feststellen.
Der Specht kommt in Madagaskar nämlich nicht vor und dort hat seinen Beruf, seine "Rolle" im Ökosystem, (in Ritzen und Spalten nach Insekten stochern) das Fingertier übernommen, denn es besitzt lange mit Krallen besetzte Finger, mit welchen es die Insekten herauspulen kann - ein Schnabelersatz.